Harzletter, der Zweihundertundfünfte.
Landrat Thomas Balcerowski ist jetzt schon einer der Gewinner des Harzfestes 2026 in Hasselfelde. Beim Anzapfen des ersten Fasses Hasseröder – einer der vornehmsten Pflichtaufgaben eines Landrats – benötigte er genau einen (!) Schlag, und das Bier floss. Weniger geht nicht, das Harzfest war damit im Waldseebad ganz offiziell am Freitag Nachmittag eröffnet und Thomas Balcerowski schaute selbst ein wenig ungläubig und stolz nach dieser Leistung.

Es war einfach ein richtig gelungener Auftakt zu drei Tagen Harzfest. Ich hatte hier schon darüber geschrieben – seit sechs Jahren veranstaltet der Landkreis Harz in Orten bis zu 4000 Einwohnern das Harzfest. Gern wird dazu irgendein Jubiläum als Anlass genommen. Im Falle Hasselfelde heißt der Anlass 100 Jahre Waldseebad.

Logisch, dass so eine Eröffnung dann auch dort stattfindet. Und logisch, dass es dazu auch ins Wasser geht. Und zwar für den Spaß-Triathlon, an dem eine Reihe von Harz-Gemeinden als Mannschaft teilnahmen. Die Anforderungen waren nicht gerade olympisch: Einmal längst durchs Bad schwimmen, dann drei Kilometer Radfahren und zum Schluss zwei Runden um das Waldseebad laufen. Der gesamte Parcours sollte in etwa einer Viertelstunde zu absolvieren sein.
Harzfest-Triathlon: Am Ende wurde es dramatisch
Das versprach gute Unterhaltung, denn zum einen konnte man von der Festwiese Schwimmen und Laufen gut verfolgen, zum anderen waren eher durchschnittliche Freizeitsportler am Start. Harzfest ist Volksfest, das gilt auch für die sportlichen Herausforderungen. Und auch deswegen wurde es zum Schluss richtig dramatisch: Die Läuferin des Teams „Landkreis“ ging mit großem Vorsprung auf die beiden Runden, aber der Läufer der Mannschaft „Hasselfelde“ ließ sich nicht hängen und kämpfte sich nach und nach an die Führende heran.


In der zweiten Runde gelang das Überholmanöver und unter großem Zuschauerjubel gab es einen Sieg der Lokalmatadoren. Team „Landkreis“ wurde auch noch von der Mannschaft aus Elend abgefangen – aber es war klar, dass es hier um eine Spaßveranstaltung ging, und deswegen gab es am Ende meist zufriedene Gesichter. Aber bei allem Spaß: Es wurde richtig gekämpft und mancher Athlet kam schwer atmend im Ziel auf der Insel im See an.

Bei den Grußworten, die den sportlichen Höchstleistungen vorausgingen, betonten Landrat Balcerowski und die Bürgermeister Ronald Fiebelkorn und Heiko Kaschel die Gemeinschaft, die sich bei so einem Fest zeige. Das sei wichtig gerade in Zeiten, wo scheinbar nur noch Gegensätze aufeinander prallten. Zum Glück gab es kein Wort zum laufenden Wahlkampf, sonst wäre die Harzfest-Harmonie wohl schnell dahin gewesen. Besonderen Dank gab es für die vielen Helfer und Freiwilligen, die das Harzfest erst möglich gemacht haben. Die Eisperlen und der gesamte Skiverein waren da natürlich auch ganz vorn mit dabei.

Einige hundert Menschen hatten sich auf der Waldseebadwiese versammelt, der Spielmannszug war natürlich angetreten, das Wetter spielte auch mit. Die beiden Bürgermeister erschienen nach dem offiziellen Teil übrigens in blau-weiß gestreifter Original-Badekleidung aus den 20er Jahren – ein bisschen Fasching gehört auch dazu.
Siegerehrung und Musik
Zur Triathlon-Siegerehrung kamen alle Teams nacheinander auf die Bühne, erhielten Beifall und Medaillen und ließen sich feiern. Besonderen Applaus gab es für die jüngste Gruppe aus Trautenstein mit einem Durchschnittsalter von zwölf Jahren.

Anschließend folgte zum Anbruch des Abends der musikalische Teil. „Tilt“, eine vierköpfige Rockband aus Goslar, spielten eigene und gecoverte Stücke und machten dabei ziemlich Lärm. Das störte aber nicht weiter, man unterhielt sich und hatte seinen Spaß.

Der Hauptteil des Harzfestes folgt noch: Samstag präsentieren sich Vereine, Schulen und Kitas, es gibt eine Wirtschaftsmeile, natürlich einen Mittelaltermarkt und reichlich Musik.
Sonntag dann der große Festumzug und wieder Musikalisches vom Harzer Jodlermeister bis zu Sabrina Westwind. Das Wetter soll auch wieder schön werden.
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