Konradsburg und Burgruine Arnstein – das Mittelalter im östlichen Harz

Harzletter, der Einhundertdreiundneunzigste.

Oben, auf der Anhöhe der Konradsburg, geht der Blick weit über das Mansfelder Land zu den Erhebungen des Harzes. Man spürt das Besondere dieses Ortes und versteht instinktiv, warum hier im Mittelalter zuerst eine Burg und später ein Kloster errichtet wurde. Alles im Blick und doch weit weg vom Leben im Tal.

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Zwölf Kilometer weiter von der Burgruine Arnstein das gleiche Bild: Oberhalb von Harkerode thront hoch aufragend der ehemalige Sitz der Herren von Arnstein über dem Tal der Eine. Mittelalterromantik am östlichen Harzrand – ich bin dort schon oft vorbei gefahren und habe interessiert nach oben geschaut, jetzt wollte ich mir das endlich einmal näher ansehen.

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Zur Konradsburg geht es ab Ermleben auf einem einspurigen Sträßchen hinauf. Zwei Kilometer kurvenreich durch den Wald. Offensichtlich hält sich der Andrang in Grenzen – bei Gegenverkehr gäbe es ein Problem mit der Straßenbreite. Aber eigentlich ist das sowieso Wandergebiet, die wenigsten fahren wie ich hier mit dem Auto hoch.

Die Konradsburg ist keine Burg

Oben angekommen eine kleine Enttäuschung: Die Konradsburg sieht so gar nicht aus, wie man sich eine Burg vorstellt – kein Vergleich zum Beispiel mit Falkenstein. Ein weitläufiges Gelände, Wirtschaftsgebäude, ein Brunnenhaus, eine eher kleine Kirche. Das Imposanteste ist die abgeschiedene Lage auf dem Berg, der nach drei Seiten steil abfällt.

Aber dieser erste Eindruck ändert sich, wenn man mehr über die Geschichte der Konradsburg erfährt. Seit der Bronzezeit (2200 bis etwa 800 v.Chr.) sollen dort Menschen gelebt und ihre Götter verehrt haben. Irgendwann viel später kam die Christianisierung und dann kamen im Mittelalter die Konradsburger und ließen dort wirklich eine Burg erreichten.

Die Konradsburger zogen um nach Falkenstein

Aber die wurde gegen 1120 aufgegeben – die Konradsburger zogen um nach Falkenstein. Und die bisherige Burganlage wurde zu einem Benediktinerkloster umgebaut. 1477 übernahmen die Kartäuser die Abtei. Das ging aber nicht lange gut, denn im Verlauf der Bauernkriege wurde das Kloster – wie so viele andere in der Gegend – niedergebrannt.

Danach wurde auf dem Gelände nur noch Landwirtschaft betrieben, zu DDR-Zeiten verfielen die Gebäude. Bereits vor der Wende gab es Bemühungen, den Niedergang aufzuhalten, 1990 gründete sich ein Förderverein, der mit viel ehrenamtlicher Arbeit und mit Unterstützung des Landes die Konradsburg nutzt und saniert.

Beeindruckend sind die Reste der Basilika, vor allem die Krypta. Die eng stehenden Säulen erzeugen ein Gespür für das Mittelalter – hier könnten auch Szenen aus „Der Name der Rose“ spielen. Es sind jetzt unter der Woche kaum Besucher da, das Galerie-Café auf der Anlage hat deshalb auch nur an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Leider.

Im Mittelalter-Flow nach Arnstein

Weil ich schon mal in der Gegend bin und gerade im Mittelalter-Flow, nehme ich auch noch die Burgruine Arnstein mit. Die liegt ebenfalls hoch aufragend neben der Landstraße, die durch Harkerode führt. Hier kann man nicht mit dem Auto vorfahren, hier muss man die letzten paar Hundert Meter einen schmalen Waldweg nach oben laufen. Ist ein bisschen anstrengend, aber dieser Weg lohnt sich.

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Denn Arnstein ist ein Klotz von einer Burg. Ein hoch aufragender Kasten, und einen Turm gibt es auch. Man kann sich sofort wilde Ritter und liebliche Burgfräulein vorstellen.

Die Geschichte der Burg ist ein ziemliches Hin und Her – sie wurde mehrfach verkauft, außerdem verliehen und ebenfalls niedergebrannt. Zum Schluss, vor der Enteignung durch die DDR-Behörden, gehörte sie der Familie Knigge – genau die mit den Benimm-Regeln.

Heute kümmert sich ein Verein um den Erhalt und die Sicherung der Burg. Sie ist frei zugänglich, man kann über eine Wendeltreppe in eine obere Etage gehen und – sofern es einem nicht gruselt – auch die Kellerräume betreten. Zu Walpurgis soll auf dem Burggelände einiges los sein, die Kulisse passt jedenfalls zu Hexentreiben und Teufelsspuk.

Weil sie eher abseits am östlichen Harzrand liegen und weil sie nicht so perfekt erhalten sind wie beispielsweise Burg Falkenstein, sind Konradsburg und Arnstein eher unbeachtet. Das macht gerade ihren Reiz aus. Hinwandern, Aufsteigen und ganz für sich den Mittelalter-Harz erleben. 

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Vergangene Woche war ich zu Gast beim Oberharz-Derby Hasselfelde gegen Benneckenstein.

Hier geht es um das Luchs-Quartier in Hahnenklee.

Davor ging es um zwei Gastro-Neueröffnungen in Quedlinburg.

Davor war ich bei einem Termin von Ministerpräsident Sven Schulze in Gernrode.

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