„Plötzlich Hotelbesitzer“ – wie zwei Unternehmer eine Klinik in Hahnenklee umbauen

Harzletter, der Einhunderteinundneunzigste.

Ein Abstecher weit nach Westen – ins „Luchs-Quartier“. Das ist ein Hotelprojekt in Hahnenklee, das von zwei Seiteneinsteigern betrieben wird. Ich habe mir das einen Tag lang angesehen und darüber in der Braunschweiger Zeitung geschrieben. Harz-Tourismus ist immer ein Thema, und das Luchs-Quartier eine spannende Idee, neue Zielgruppen zu erschließen. Hier mein Text dazu:

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Sie waren nur auf der Suche nach Seminarräumen – und kauften am Ende eine ehemalige Klinik. Thomas Derer und Christoph Guder sind heute Hotelbetreiber in Hahnenklee – und ihr „Luchs-Quartier“ ist ein zweifaches Projekt. Es soll sowohl Hotel als auch Weiterbildungsstätte sein.

„Eine echte Lebensaufgabe, auf die wir uns da eingelassen haben“, sagt Christoph Guder, und grinst.

Das Luchs-Quartier: Hotel und Seminar

Ihr Projekt zeigt, wie sich der Harz-Tourismus verändert: Wintersport verliert an Bedeutung, neue Angebote sind gefragt.

Hahnenklee liegt „am Ende der Welt“, stellen die beiden Neu-Hoteliers nüchtern fest. Doch genau diese Lage sehen sie als Standortvorteil. „Wer abschalten oder mit einer Gruppe konzentriert arbeiten will, findet im Harz keinen besseren Platz“, ist Thomas Derer überzeugt.

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Angefangen haben die beiden vor knapp zwei Jahren. Das bisherige Ergebnis: 16 Zimmer sind fertig – geschmackvoll in Dunkelgrün- und Brauntönen sowie mit viel Holz eingerichtet. Dazu kommen große Seminarräume, Arbeitsecken und Kreativ-Zimmer. Alles, was gebraucht wird, wenn Gruppen zusammenkommen und sich austauschen oder weiterbilden wollen.

„Der Harz bietet Möglichkeiten für ganz verschiedene Interessenten“, ist Christoph Guder überzeugt. „Da sind Individualreisende, die Natur und Ruhe suchen, aber auch Menschen, die etwa ein Yoga-Retreat buchen oder an einem Training für gewaltfreie Kommunikation interessiert sind.“

Von außen sieht das Luchs-Quartier eher unscheinbar aus. Zwei zusammenhängende Gebäude im harztypischen Stil am Ortsrand von Hahnenklee. Innen ist es erstaunlich geräumig – die Gesamtfläche beträgt rund 2000 Quadratmeter.

Es hat gleich Klick gemacht

Thomas Derer und Christoph Guder arbeiten seit Jahren als Fortbildungs-Spezialisten zu den Themen Deeskalation, gewaltfreie Kommunikation und Sicherheit. Außerdem sind sie im Bereich Berufliche Bildung engagiert. Ihre Seminare werden gut gebucht – was damals fehlte, waren eigene Räume.

Von der Wirtschaftsförderung der Stadt Goslar erhielten sie den Hinweis, sich doch einmal die ehemalige Mutter-Kind-Klinik in Hahnenklee anzuschauen. „Das war überhaupt nicht das, was wir gesucht haben“, erzählt Christoph Guder, „aber als wir zum ersten Mal davor standen, hat es gleich Klick gemacht.“

Der Rest war Verhandlungssache und Ende 2024 ging es mit der Sanierung und Neugestaltung los. Gruppen bis zu 25 Personen können im Luchs-Quartier tagen, gleichzeitig können dort auch Urlauber oder Wochenend-Gäste unterkommen.

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Für die beiden Unternehmer ist die weitere Entwicklung in Hahnenklee entscheidend. „Hier ist in den vergangenen Jahren schon einiges entstanden“, sagt Thomas Derer. „Allen vor Ort ist klar, dass der Wintersport in Zukunft eine kleinere Rolle spielen wird. Wir brauchen vor allem Indoor-Angebote, denn es gibt nun einmal Regentage.“

Um das Tagesgeschäft kümmern sich die Koordinatoren Catharina Schubert und Marco De Lorenzo. Sie sind buchstäblich für alles zuständig und erledigen die Organisation vor Ort.

Catharina Schubert, energiegeladen und immer in Bewegung: „Ich bin aus Hamburg zurück in den Harz gezogen und freue mich jeden Tag über das Leben und Arbeiten in der Natur.“ Sie führt durch die fertig gestellten Räume und erklärt dabei die Idee dahinter: „Das erste Jahr lief gut an, wir stoßen auf viel Interesse.“

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14 weitere Zimmer und Apartments werden gerade ausgebaut – „wenn die in wenigen Tagen fertig sind, haben wir noch ganz andere Möglichkeiten.“

Zum Schluss zeigt Catharina Schubert noch etwas Besonderes: Das Luchs Cottage, ein eigenes kleines Holz-Ferienhaus, direkt neben dem Hotel gelegen. 30 Quadratmeter groß, mit Sauna und separatem Eingang. „Hier ist man ganz für sich und mitten in der Natur. Und hat trotzdem unseren Hotel-Service.“ 

Ganz im Grünen, aber mit Komfort und Weiterbildung – ein mögliches Modell für die Harzer Tourismus-Zukunft.

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