Motorradfahren 2026 im Harz: Mehr Biker, aber keine steigenden Unfallzahlen

Spätestens seit Ostern ist es wieder unüberhörbar: Der Harz wird zur Bühne für Motorradfahrer. Für die einen ein willkommenes Zeichen der Saison, für andere ein Ärgernis – Biker polarisieren seit jeher. Unbestritten ist jedoch: Die Region wird unter Motorradfahrern immer beliebter.

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Ich habe meine Maschine (Honda Transalp) auch schon mal angeworfen, bin aber noch keine wirkliche Runde gefahren – man muss es langsam angehen lassen, die Biker-Saison ist noch lang. Und weil man ja gern wissen will, wie es im vergangenen Jahr so gelaufen ist und was sich in diesem Jahr eventuell ändern wird, habe ich Sebastian Fabich angeschrieben. Der ist Hauptkommissar im Polizeirevier Harz und kennt die Zahlen und Infos.

Zahl der Biker-Unfälle blieb stabil

Laut Hauptkommissar Fabich zieht es inzwischen auch viele Fahrer aus dem Ausland in die Mittelgebirgsregion, etwa aus Dänemark oder den Niederlanden. Insgesamt sei eine „deutliche Steigerung des Verkehrsaufkommens an Motorradfahrenden“ festzustellen.

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Ein Anstieg der Unfallzahlen ist damit jedoch nicht verbunden. Im Gegenteil: Die Zahlen für 2025 sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Trotz wachsender Beliebtheit blieb die Zahl der Biker-Unfälle stabil – aus Sicht der Polizei eine positive Entwicklung.

Im gesamten Harzgebiet, das sich über drei Bundesländer erstreckt, wurden im vergangenen Jahr 398 Motorradunfälle registriert – zwei weniger als im Jahr zuvor. Dabei wurden 309 Menschen verletzt, elf kamen ums Leben. Hauptursache bleibt weiterhin überhöhte Geschwindigkeit.

Rappbodetalsperre und Kyffhäuser als Unfall-Schwerpunkte

Zu den bekannten Unfallschwerpunkten zählen laut Fabich vor allem das Gebiet rund um die Rappbodetalsperre sowie der Oberharz. Auch die Nordseite des Kyffhäusers gilt als besonders unfallträchtig.

Für Szenekenner ist das wenig überraschend: Die Rappbodetalsperre mit ihrer sogenannten „Soundröhre“ gilt seit Jahren als Biker-Anziehungspunkt. Der Kyffhäuser wiederum lockt mit seinen legendären 36 Kehren – eine Strecke, die für viele Motorradfahrer fast schon Kultstatus hat.

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Gerade an diesen Orten wurde in den vergangenen Jahren gezielt gegengesteuert. Rüttelstreifen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und verstärkte Kontrollen haben dazu beigetragen, Tempo und Unfallzahlen zu reduzieren. Diese Maßnahmen sollen weiter ausgebaut werden; zusätzliche Rüttelstreifen sind in Planung.

Denn trotz moderner Technik bleibt das Risiko hoch. „Auch aktuelle Sicherheitssysteme können ein trügerisches Gefühl von Kontrolle vermitteln“, so Fabich. Sie verleiteten mitunter zu einer riskanteren Fahrweise.

Biker und Polizei: Ein ausgewogenes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Polizei und Bikern beschreibt Fabich insgesamt als ausgewogen: „Von verständnisvollen und gesprächsbereiten bis hin zu unkooperativen Fahrern ist alles dabei – wobei die Zahl der entspannten Motorradfahrenden deutlich überwiegt.“

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Seit Jahren setzen die Polizeidienststellen zudem auf Prävention. Mit der Aktion „Sicher durch den Harz“ wollen sie das Bewusstsein für Risiken schärfen und die Unfallzahlen weiter senken. Ein gemeinsamer Flyer speziell für Biker informiert über Gefahrenstellen, erklärt Maßnahmen wie Rüttelstreifen und gibt Hinweise für Erste Hilfe bei Motorradunfällen.

Die Botschaft ist klar formuliert: Wir wollen, dass Sie sicher nach Hause kommen.

Die erste Ausfahrt kann kommen

Ein Ziel, dem sich wohl alle Biker anschließen können – im Idealfall mit einer entsprechend angepassten Fahrweise. Das klingt unterm Strich doch ganz gut. Die erste Ausfahrt kann kommen; ich werde berichten.

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Informationen über die Walpurgis-Veranstaltungen 2026 gibt es hier zu lesen.

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