Mit November-Gefühlen im Dom zu Halberstadt

Harzletter, der Zweihundertfünfzehnte.

Die Zeit der kirchlichen Feiertage rund um Tod und Sterben kommt: Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen – später dann noch Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag. Man könnte glatt ein bisschen depressiv werden und in den November-Blues rutschen.

Oder die Anlässe nutzen und mal wieder eine Kirche besuchen. Oder gleich einen Dom.

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Dazu gibt es im erweiterten Harzgebiet nur eine Option: Den Dom zu Halberstadt. Hochgotik, im französischen Stil vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erbaut, und zu großen Teilen im Original erhalten. Zum Glück wurde er etwa in der Barockzeit nicht umgestaltet und später aufwendig rekonstruiert wie manche andere mittelalterliche Kirche.

Dombau um die Wette

Der korrekte Name lautet Dom St. Stephanus und St. Sixtus. Sein Bau wurde begonnen, nachdem eine Vorgängerkirche eingestürzt war und nachdem in Magdeburg die geistliche Konkurrenz ihrerseits einen Dombau gestartet hatte. Natürlich sollte Halberstadt größer, schöner, prächtiger werden als das, was in Magdeburg angelegt wurde. Außerdem hatten Kreuzzugs-Rückkehrer reichlich Reliquien im Gepäck – die mussten angemessen präsentiert werden.

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Ich will jetzt nicht mit der Baugeschichte und architektonischen Details langweilen, das findet sich ausführlich im Netz, zum Beispiel HIER.

Der Dom als Vorzeigeobjekt

Außerdem bin ich nicht gerade Kirchenexperte, obwohl ich immer mal wieder gern zwischendurch ein Gotteshaus besuche – einfach, weil es da ruhig und im Sommer kühl ist. Doch auch, wenn man sich in den architektonischen Details nicht auskennt, ist der Halberstädter Dom ein Ereignis. Man spürt unmittelbar die Großartigkeit des Baus. Deswegen ist er ein wunderbares Vorzeigeobjekt, wenn sich Besuch anmeldet und „etwas sehen“ will.

Er wirkt immer – die mittelalterlichen Baumeister wussten, wie sie beeindrucken. Allein die Ausmaße sind imposant (Höhe: 27 Meter), aber viel charmanter finde ich die „Kleinigkeiten“, die man manchmal ein bisschen suchen muss.

Der Reiz der Details

Ein Löwe, der sich an einem Heiligen empor reckt, ein Schreiber, der neben einem Stier sitzt, zwei Skelette, die grinsend aus einer Nische hervortreten (sehr passend zu Halloween – mittelalterliche Kirchen bieten generell einiges in Sachen Grusel und Tod). Das sind nur einige Beispiele, der Dom ist voll von solchen Entdeckungen.

Den Domschatz lassen wir diesmal aus, ich bin da eh nicht so der Fan, aber die Orgel! Laut Wikipedia „befand sich im Dom einst die älteste mittelalterliche, gotische Orgel, über die genauere schriftliche Belege vorliegen. Der Halberstädter Orgelbauer Nicolaus Faber errichtete sie in den Jahren 1357 (?) bis 1361. Die heutige Orgel ist ein Werk der Firma Eule Orgelbau aus dem Jahr 1965 hinter einem barocken Prospekt von Heinrich Herbst d. J. aus dem Jahr 1718.“

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Manchmal hat man Glück: Genau in dem Moment, als wir den Dom betraten, begann jemand eine Orgel-Übungsstunde. Was für ein Klang in der fast leeren Kirche! Ich kann das Video davon hier leider nicht nicht posten, es steht auf Instagram unter diesem Link: Instagram Orgel Halberstadt. Gern mal reinhören.

Mehr Orgelmusik: John Cage

Auf die ehemalige gotische Orgel bezieht sich auch das Orgelprojekt im Burchardi-Kloster. Die Spielzeit des Orgelstückes ORGAN²/ASLSP von John Cage, das dort aufgeführt wird, beträgt 639 Jahre. Das ist die Zeit von der Weihe der Orgel im Dom (1361) bis zum Jahr 2000. Mehr zu diesem ziemlich verrückten Projekt HIER.

Und dann, nach so viel Mittelalter und Orgelklang, sind Kaffee und Kuchen zur novembrigen Nachmittagsdämmerung genau richtig.

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Vergangene Woche fuhr ich mit dem Rad zum Zelten ins Selketal.

Mit dem Motorrad unterwegs zu den Treffpunkten im Harz.

Hier war ich mit dem Rad im Huy.

Davor ging es um die Eröffnung des neuen Schlossmuseums in Quedlinburg.

Hier radelte ich zu einigen Feldwarten rund um Quedlinburg.


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