Harzletter, der Einhundertsiebenundneunzigste.
Alles klebt. Alles ist mühsam. Die Hitze lähmt und macht träge. Inzwischen sind es draußen (in Quedlinburg!) 37 Grad. Auf dem Brocken sollen 33 Grad herrschen. Wetterberichte wie aus Süditalien.

Ich unternehme nichts, ich sitze drinnen und halte Türen und Fenster geschlossen. Kommt eh nur heiße Luft rein. Ein Handtuch, in kaltes Wasser getaucht und um den Hals gelegt, tut gut. Ansonsten schon dreimal lauwarm geduscht, aber das Klebrigkeitsgefühl ist schnell wieder da.
Nein, kein Rumjammern. Nutzt eh nichts, und ab Montag soll es auch wieder erträglich werden (das Hitze-Gewitter, das da anrollen wird!). Aber bis dahin: Es ist ein neues Lebensgefühl. 37 Grad im Harz, das kannte ich noch nicht. Welcome Klimawandel, welcome Hitzewelle. Denn mit Wetterschwankungen hat das nichts mehr zu tun, das ist ganz offensichtlich das, wovor uns die Wissenschaft seit Jahren warnt.
Die Hitze lähmt – kaum jemand in den Gassen
Draußen in den Gassen ist fast niemand zu sehen. An einem Wochenende, während des Quedlinburger Musiksommers. Normalerweise ist die Stadt dann voll, die Menschen sind zu Fuß überall unterwegs.
Heute vormittag auf dem Markt: Weniger Stände als sonst, gegen elf packten einige Händler bereits zusammen. „Hier vergammelt alles ganz schnell.“ Zwei tapfere Stadtführungsgruppen kamen mir entgegen. Schwitzend, hochrote Gesichter. Kann man so machen, wenn man schon mal da ist – aber schien kein Vergnügen zu sein.
Kommt das jetzt öfter? Müssen wir uns alle umstellen? Von den Spaniern und Sizilianern lernen? Morgens früher raus, dann eine ausgiebige Mittags-Siesta, dann abends lange weitermachen. Wäre eine Möglichkeit.
Wie mit der Hitze umgehen?
Brennt es eigentlich schon irgendwo? Die Schmalspurbahnen haben längst auf Dieselloks umgestellt; die Erfahrungen der vergangenen Jahre waren eindeutig. Trotzdem wartet man ja fast auf Meldungen, dass an irgendeiner unzugänglichen Stelle ein Feuer ausgebrochen ist und Löschflugzeug „Hexe 1“ zum Einsatz kommt.
Das Internet läuft voll mit Ratschlägen, wie man mit der Hitze umgehen sollte. Was essen (leichte Kost), was trinken (viel), welche körperliche Anstrengungen (alle vermeiden) – was halt so geschrieben wird, wenn alles entschleunigt, runterfährt, langsam eintrocknet und ansonsten wenig Dramatisches passiert. Wetter geht immer.
Zum Abkühlen: NP Discount

Mein Abkühlungs-Tipp heißt NP Discount, die Billig-Version von Edeka. Da ist es immer schön kühl, auch ziemlich leer gerade, und man kann erholsam zwischen den Regalen herumschlendern. Man muss ja nichts kaufen. Bei Lidl, Aldi und ähnlichen dürfte das genauso funktionieren.


In Kiel haben sich fast 200.000 Menschen die Windjammer-Parade der Kieler Woche angesehen, in Rom gab es eine große Parade wegen „80 Jahre Vespa“, in München fand der CSD-Umzug statt – trotz Hitze geht das Leben weiter. Allerdings wurde gleichzeitig der Hasselfelder Triathlon verschoben, die Bahn rät von Fahrten in ihren Zügen ab und in Paris schlafen viele Menschen nachts in den Parks, weil sie es in ihren aufgeheizten Dachwohnungen nicht aushalten.
Fridays For Future ruft zur Spontan-Demo am Sonntagabend in Berlin auf.
Fußball-WM mit Playmobil und Flaggen


Dann ist da noch das Alles beherrschende Thema – die Fußball-Weltmeisterschaft. Bei NP habe ich – beim Abkühlen – dazu eine Playmobil-Ausgabe gesehen: „Hol Dir deine DFB-Stars nach Hause“. Jonathan Tah und die übrigen als Figuren für jeweils 4,99 Euro. Auch der Trainer ist dabei, sogar aufwendig mit Laptop und Stift ausgestattet. Der Preis dürfte bei einem eventuellen Ausscheiden stark sinken – ich werde das im Auge behalten. Noch ist die WM-Euphorie da, zumindest partiell. Deutschland-Fahnen in beachtlichen Größen hängen an einigen Hauswänden.

Ich gehe heute Abend ins Bergtheater nach Thale, sehe mir die diesjährige „Walpurga“-Premiere an. Das sollte voll werden bei hoffentlich abendlich angenehmen Temperaturen. Man kann sich schließlich nicht komplett in der Wohnung verbarrikadieren.
Erste Hitzegewitter im Anmarsch
Jetzt gerade – gegen 16 Uhr – verschwindet die Sonne hinter Wolken, leichtes Donnergrummeln ist zu hören. Eine Luft wie bei einem Saunagang. Sollte da etwas schon heute einiges runterkrachen? Erste Hitzegewitter sind in der Nähe von Hamburg gemeldet, die Feuerwehr dürfte zu tun bekommen.
Vielleicht doch besser eine Regenjacke einpacken – die Walpurga-Premiere im vergangenen Jahr wurde durch ein heftiges Gewitter unterbrochen. Möglich, dass sich das wiederholt.
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Vergangene Woche ging es um die Sommer-Highlights im Harz.
Davor war ich zu Besuch in Karls Erlebnisdorf in Wernigerode.
Hier habe ich eine Radtour zum Birnbaumteich unternommen.
Davor habe ich die Konradsburg und die Burgruine Arnstein besucht.
Hier geht es um das Luchs-Quartier in Hahnenklee.
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