Harzletter, der Zweihundertundachte.
Manchmal tut es ganz gut, nicht im Harz zu sein. Vergangenen Sonntag war ich unterwegs in Österreich, kurz hinter Villach, fast genau an der Grenze zu Italien, als die erste Wahl-Prognose im Radio lief. Die hatte es in sich, genau wie alles, was danach folgte.
Auch deswegen passt jetzt genau: Italien, Sonne, Strand, einfach mal abschalten.

Erstaunlich, wie viele Italiener plötzlich Sachsen-Anhalt kennen. Fast überall wurde über das Ergebnis der Landtagswahl geredet, fast immer besorgt, und meist die gleiche Frage an den Quedlinburger: Was ist da los?, beziehungsweise, wie konnte das passieren?
In Italien kennen auf einmal alle Sachsen-Anhalt
Wer weiß das schon – die hilflosen Erklärungsversuche in verschiedenen Talkrunden sind eher zum Abschalten. Eine interessante Analyse habe ich in einem „Handelsblatt“-Interview gelesen. Sie stammt von Stephan Grünewald, einem Kölner Psychologen:
„Die Menschen befinden sich derzeit in einer Nachspielzeit, sie hoffen, dass sie die vertrauten Zustände noch eine Zeit lang aufrechterhalten können. Sie merken aber – und die reformbestrebte Regierung bestärkt dieses Gefühl –, dass das Spiel jetzt aus ist. Und davor schreckt man zurück. Wir sind nicht in einer Aufbruchsbewegung, sondern es staut sich Bewegungsenergie – und die wird in Wut verwandelt.“

Klingt ein bisschen esoterisch, wird aber nachvollziehbar, wenn man – wie ich – AfD-Wahlkundgebungen erlebt hat.
Dann ist da noch der langsame Abgang des Friedrich Merz. Noch darf er ein wenig den Kanzler geben, jetzt steht Meck-Pomm an, dann Berlin, danach wird für ihn Schluss sein. Es wird, wenn es soweit ist, sehr schnell gehen. Mal sehen, wer den Sturz auslöst, wer auf ihn folgen wird, wer profitiert und wer in der Versenkung verschwindet..
Aber das ist hier in Italien gerade ziemlich egal. Ich schaue aufs Meer und der nächste Aperol ist nicht weit. Das Wetter und das Essen sind auch besser.
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Auch vergangene Woche ging es um die Landtagswahl.
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