Bistro Kiku und Fairista Kaffeewerk – Zwei Gastro-Neueröffnungen in Quedlinburg

Harzletter, der Einhundertneunzigste.

Die Gastro-Kultur in Quedlinburg verändert sich – am vergangenen Wochenende gab es mit dem Bistro Kiku und dem Fairista Kaffeewerk gleich zwei Neueröffnungen. Am Freitag war es zunächst in der Steinbrücke 2 direkt am Quedlinburger Marktplatz soweit: Der kleine Bruder des Fine-Dining-Restaurants Kiku öffnete.

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Erster Eindruck vom Bistro Kiku

Chef Jan Fribus und Ehefrau Lana sahen glücklich aber auch ein bisschen gestresst aus. Die letzten Tage vor der Premiere waren besonders anstrengend gewesen. Alles sollte stimmen, die Küche war endlich eingerichtet, die Kaffeemaschine funktionierte, die Lampen waren installiert, das Brot und die Croissants frisch gebacken.

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Im ersten Eindruck wirkt vieles schon erstaunlich rund. Die lebendige, aber nicht hektische Atmosphäre, das kleine, feine Angebot auf der Karte, die geschmackvolle Inneneinrichtung, der Blick in die offene Küche. Auch wenn diese Anfangstage nicht wirklich zählen und der Betrieb erst einmal anlaufen muss – hier könnte ein neues Gastro-Highlight entstehen.

Die Karte: Übersichtlich und international

Das Wichtigste ist natürlich das Angebot auf der Karte. Jan Fribus hat seine „Kiku“-Erfahrung eingebracht: Zum Frühstück sind unter anderem Egg Benedikt (12 Euro), Croissant mit Lachs (16,50 Euro), French Toast (13 Euro) und Granola (11 Euro) aufgeführt. Als Hauptgänge werden Fjordforellensteak (22 Euro) und Bœuf Bourguignon (24 Euro) angeboten. Ich habe die Vorspeise mit drei Dips und Brotkorb (12 Euro) probiert. So simpel, so gut, und genau das macht gute Bistro-Küche aus. Niemand erwartet dort den großen Auftritt. Schnell, unkompliziert, beste Qualität, bezahlbar – das wäre ein starkes Angebot.

Wenn dann noch eine gut sortierte Weinauswahl dazu kommt, ist das eine schöne Einladung, entspannt in den Abend zu gleiten.

Beim Umbau im Bistro mit dabei

Die Monate vor der Eröffnung waren für die Kiku-Crew eine doppelte Belastung. Das Restaurant lief ganz normal weiter, dazu kam die Renovierung und die organisatorische Vorbereitung für das Bistro. Jan und Lana fassten beim Aus- und Umbau selbst mit an – der Küchenchef ist besonders stolz auf seine eigenhändig restaurierte Fachwerkwand.

Doch bevor wir nach nur zwei Tagen zu viel loben, warten wir ab und beobachten, wie sich das Bistro Kiku entwickelt. Und wie ein Angebot, das sich von der gängigen Kaffee-und-Kuchen-Kultur unterscheidet und auf Pizza und Spaghetti verzichtet, angenommen wird.

Fairista Kaffeewerk eröffnet

Die zweite, ganz andere Eröffnung fand im Gewerbegebiet nahe beim Recyclinghof statt.

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Fairista, das Café-Projekt der Lebenshilfe, hat dort einen neuen Standort eröffnet. Eine große Halle, vor Jahren der Standort einer Brotbäckerei, wurde aufwendig umgebaut und dient jetzt als Rösterei, Werksverkauf und Café. Etwa 40 Arbeitsplätze sind dort entstanden. Die Lebenshilfe röstet dort in großem Umfang Kaffee, füllt ihn ab, verpackt und verschickt ihn. Kunden sind unter anderem die Roßmann-Kette, die bundesweit beliefert wird, aber auch das oben beschriebene Bistro Kiku.

Beim Tag der offenen Tür am vergangenen Wochenende herrschte großer Andrang. Die Aktivitäten der Lebenshilfe stoßen generell auf viel Zustimmung und Unterstützung, und der dort geröstete Kaffee hat schon eine Reihe von Preisen gewonnen.

Führungen und Verkostungen

Natürlich bleibt auch das Fairista in der Langen Gasse unterhalb des Stiftsberges bestehen. Die Nachfrage dort ist beständig hoch. Durch die neuen Produktionsräume entspannt sich die Lage für die Lebenshilfe. „Wir platzten aus allen Nähten“, wurde mir in den neuen Räumen erzählt, „die Werkstätten in Weddersleben waren schon lange viel zu klein geworden.“

Neben dem Werksverkauf werden in dem Kaffeewerk – so nennt es sich – in Groß Orden 24 auch Führungen, Schau-Rösten und Verkostungen angeboten. 

Da tut sich was. Neben Fachwerk und Welterbe ist Quedlinburg offensichtlich auf dem Weg zur Kaffee-Stadt.

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Vergangene Woche war Arbeitseinsatz im Waldseebad Hasselfelde angesagt.

Davor war ich bei einem Termin von Ministerpräsident Sven Schulze in Gernrode.

Hier habe ich über den Start der Motorrad-Saison 2026 geschrieben.

Davor habe ich das Herbergsmuseum in Blankenburg besucht.

Hier ging es um die Teil-Eröffnung des Museums auf dem Quedlinburger Stiftsberg.

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