Waldseebad Hasselfelde wird 100: Beim Arbeitseinsatz mit den Eisperlen

Harzletter, der Einhundertneunundachtzigste.

Das Waldseebad Hasselfelde feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag – und wurde dafür jetzt beim traditionellen Arbeitseinsatz auf Vordermann gebracht. Die Eisperlen – die Winter-Eintauchgruppe des Skivereins Hasselfelde – hatten dazu aufgerufen. Eigentlich braucht es dazu kein Jubiläum.  Der Arbeitseinsatz gehört ohnehin zur Tradition: Jedes Jahr vor Beginn der Badesaison wird aufgeräumt, repariert und vorbereitet.

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Denn irgendwas ist immer: Unkraut beseitigen, Schilder anbringen, den Sandkasten aufräumen, die Strandkörbe befestigen.

Dazu gehören natürlich auch die Pausen – viel trinken ist schließlich wichtig! Außerdem als Zugabe die nachmittägliche Pizza-Runde. Denn das ist das Beste am ehrenamtlichen Arbeiten: Man sitzt anschließend zusammen, isst und trinkt und sonnt sich in dem Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles getan zu haben.

Hasselfelde und das Waldseebad – eine besondere Verbindung

Sinnvoll ist jede Arbeit am Waldseebad allemal. Denn Hasselfelde und das idyllisch gelegene Naturfreibad haben eine ganz besondere Verbindung. Was an Stelle des „Neuen Teichs“, der ursprünglich als Reservebecken für Mühlen und zum Feuerlöschen angelegt war, 1926 und 1927 entstand, spielte im Leben der meisten Hasselfelder eine große Rolle.

„Wir haben hier unsere Kindheit und Jugend verbracht“, hörte ich öfter, wenn ich nach Erfahrungen mit dem Waldseebad gefragt habe. Von Beginn an war das Bad äußerst beliebt; die Bäckerei Severin aus Hasselfelde errichtete schon 1928 neben dem Eingangsbereich ein Gebäude, das als Sommercafé betrieben wurde.

Schwimmen und Baden wurden damals auch durch das Waldseebad populär. Der Bereich für die Schwimmer wurde bald erweitert, es entstand sogar eine 50-Meter-Wettkampfbahn. 1929 gründete sich ein Schwimmverein, es gab eine Wasserballmannschaft, und 1930/1931 errichtete man zusätzlich einen Sprungturm.

Nach dem Krieg: Kontinuität im Waldseebad

Nach dem Krieg wurde das Bad schon 1946 wieder eröffnet. Es gab einige Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten, aber im Kern blieb alles so, wie es schon immer war. Besondere Erwähnung findet in einer Jubiläumszeitschrift der Bau der Toilettenanlage 1971.

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Der Badebetrieb lief weiter wie gewohnt, erst nach der Wende ging man daran, das Waldseebad attraktiver zu gestalten. Mit Fördermitteln sollte eine Rekonstruktion und Entschlammung stattfinden – doch das lief ziemlich holprig ab. Es gab großen Unmut in der Bevölkerung, reichlich Auseinandersetzungen und Versammlungen. Schließlich wurde nach einigem Hin und Her das Bad 1994 neu eröffnet.

Seitdem gibt es weiter regelmäßig Diskussionen um die Eintrittspreise. Außerdem steht der Unterhalt des Waldseebades permanent auf wackligen Füßen.

Eintauchen in den Charme des vorigen Jahrhunderts

Denn wie bei fast allen Harzorten ist auch in Hasselfelde das Geld knapp. Freibäder kosten, und es gibt einige Beispiele, wo kleinere Bäder geschlossen oder von privaten Initiativen übernommen wurden. Das Waldseebad hat diese Krisen bisher überstanden.

Im Gegenteil: Wer das Bad betritt, taucht in den Charme des vergangenen Jahrhunderts ein. Der Eingangsbereich und die Umkleidekabinen sind solide Holzkonstruktionen und scheinen unverändert seit 1926 dazustehen. Fast wie eine Filmkulisse – nur sind sie echt und in Gebrauch. Das schätzen nicht nur Hasselfelder, sondern auch Gäste von außerhalb. Der Charme eines historischen Naturfreibades zieht an, die Besucherzahlen sind gleichbleibend hoch.

Das hundertjährige Jubiläum wird natürlich groß gefeiert werden. Der Termin steht schon fest: Am 21. August beginnt in Hasselfelde das diesjährige Harzfest.

An diesem Freitag gibt es im Waldseebad den offiziellen Fest-Eröffnungsakt und abends eine Partynacht mit Live-Musik und DJs. Ein Pflichttermin nicht nur für Hasselfelder. Schon jetzt ist klar: Es wird voll werden.

Der Andrang ins Waldseebad steht noch bevor

Doch einstweilen wird im Waldseebad noch aufgeräumt und Pizza gegessen. Alles verläuft sehr beschaulich, der Andrang der Schwimmer und der Freunde der Liegewiesen steht noch aus. Trotzdem darf schon angebadet werden, schließlich sind Eisperlen und Eisvögel knackigere Temperaturen gewohnt.

Bei 12 Grad Wassertemperatur lassen sich schon ein paar Strecken schwimmen – draußen ist es schließlich bereits über 20 Grad warm. Ist kühl, macht wach, hält frisch.

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So kann der Jubiläums-Sommer im Waldseebad kommen.

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