Harzletter, der Einhundertsechsundsiebzigste.
Der Harz als Filmkulisse, das hat Tradition. George Clooneys „Monuments Men“ beispielsweise ist noch in lebhafter Erinnerung – jetzt wird eine neue große Kinoproduktion vorgestellt: „Rose“, ein Historiendrama um eine Frau in einer Männerrolle, das zum überwiegenden Teil im Glasebachtal im Ostharz gedreht wurde.

„Rose“ kommt in diesem Jahr heraus und steigt gleich groß ein. Die Weltpremiere findet im Februar auf der Berlinale statt, der Film läuft im Wettbewerb um den Goldenen Bären, dem Hauptpreis des Festivals. Der Wettbewerb der Berlinale gehört zu den wichtigsten Filmprämierungen weltweit – eine Einladung ist bereits eine Auszeichnung. Ab dem 30. April soll er dann in die Kinos kommen.
„Rose“ – eine Verwandlungsgeschichte
Die Geschichte des Films spielt im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648). Der Soldat Rose taucht in einem abgelegenen Dorf auf und behauptet, rechtmäßiger Erbe eines verlassenen Gutshofs zu sein. Er will von der Dorfgemeinschaft anerkannt werden, erzeugt mit seinem Auftreten aber eher Misstrauen. Rose umgibt ein Geheimnis – und tatsächlich ist er eine Frau, die eine falsche Identität angenommen hat, um ihr Glück zu finden. Dabei schreckt sie auch nicht vor einer arrangierten Ehe mit Suzanna, der Tochter eines Großbauern zurück. Und natürlich nimmt die ganze Geschichte kein gutes Ende (das hier aber nicht verraten werden kann).

Hauptdarsteller/in und bekanntester Name des ganzen Projekts ist Sandra Hüller (Foto: © Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz). Spätestens seit 2023, als „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ Preise in Cannes gewannen und für die Golden Globes und die Oscars nominiert wurden, ist Hüller ein internationaler Star. Sie spielt dennoch weiter gern in kleineren und/oder lokalen Projekten mit. Zuletzt 2024 in „Zwei zu Eins“, der Komödie um die Einführung der D-Mark in der DDR, die in Halberstadt spielt und auf einer völlig irren aber wahren Geschichte beruht.
Das Glasebachtal als Handlungsort
„Rose“ wurde zum größten Teil im Glasebachtal in der Nähe von Straßberg gedreht. Die Kulissen wurden sehr aufwendig komplett neu errichtet; als einer der Stützpunkte während der Dreharbeiten vor rund eineinhalb Jahren diente die Grube Glasebach.

Als ich kurz vor Weihnachten dort war und über die Bergweihnacht geschrieben habe, erzählten mir die Mitglieder des dortigen Montanvereins von den Filmarbeiten, die natürlich eine ganz große Sache für die Einwohner waren. Besonders erwähnten sie die Bodenständigkeit und den herzlichen Umgangston der Crew, speziell auch der „Rose“-Hauptdarstellerin, die so gar nicht als Weltstar auftrat.
Hollywood im Harz, coole Sache. Und vielleicht kommt ja demnächst noch ein Goldener Bär dazu.
„Rose“ ist eine deutsch-österreichische Co-Produktion, Regisseur ist Markus Schleinzer, der auch zusammen mit Alexander Brom das Drehbuch verfasst hat. Schleinzer ist Österreicher (genauer gesagt: Wiener), und hat sich bereits einen Namen als Schauspieler und Casting-Direktor gemacht. „Rose“ ist sein dritter Film als Regisseur.
Den Filmtitel gibt es mehrfach
Ein bisschen kurios ist der Name des Films. „Rose“ gibt es als Filmtitel nämlich durchaus öfter. 2022 kam der dänische Film „Rose – eine unvergessliche Reise nach Paris“ heraus, 2021 erschien die französische Tragikkomödie „Rose“. Dann gibt es Einiges mit dem Wort Rose im Filmtitel: „Die weiße Rose“ oder „Der Name der Rose“ zum Beispiel. Dieses Wort scheint eine gewisse Anziehungskraft zu besitzen – oder man erhofft sie sich zumindest. Mögliche Copyright- beziehungsweise Plagiats-Probleme wurden sicher rechtzeitig geklärt.
Frauen, die sich als Männer ausgaben
Inspiriert zu dem aktuellen „Rose“-Thema wurden die beiden Autoren durch „zahlreiche dokumentierte Berichte über als Männer verkleidete Frauen in der europäischen Geschichte“ (so das Zitat aus dem Wikipedia-Artikel über den Film). Ich habe mal im Internet rumgeschaut – und ziemlich schnell einige dieser Fälle gefunden.

Hannah Snell (Foto), Ulrika Eleonora Stålhammar, Brita Olofsdotter, Francina Broese Gunningh oder auch Sara Dircxdochter sind Frauen, die als Männer im Militär dienten oder sich im ganz normalen Leben als Mann ausgaben – und irgendwann enttarnt und vor Gericht gestellt wurden. Wegen der Gerichtsakten sind ihre Lebensläufe heute noch bekannt.
Den Kinostarttermin für „Rose“ habe ich mir vorgemerkt; es wäre darüber hinaus ein Knüller, wenn es für die Einwohner im Glasebachtal eine Extra-Vorführung geben sollte. Weil sie an der Entstehung des Ganzen so dicht dran waren. Bei so einer Vorführung wäre ich gern dabei!
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